Sushi

Prolog

Der Morgen beginnt um 4:45h mit einem halben Gedicht.

„Bevor ich aufwach

träum ich mich

zurück zu wir.“

I.

Dieses Lied in meinem Kopf. Ich kenne es. Und kenne es nicht. Ich tanzte dazu. Vorgestern. Allein. Mit all den anderen. Und geschlossenen Augen. Und in die Höhe gestreckten Armen. Ob sie tatsächlich so wunder-, wunderschön ist? Interessiert mich nicht. Eigentlich. Und frage es mich doch.

II.

Dieses Lied in meiner Küche. So laut es geht. Ich schwitze. Allein im Takt der Bassline. Ob es Lina tatsächlich gibt? Interessiert mich nicht. Eigentlich. Und frage es mich doch. Meine Kaffee in der Hand als Bierersatz. Verschüttet auf dem Küchenboden.

III.

Dieses Lied auf meinen Ohren. Dieses Lied. Wieder und wieder. Ich stehe vor dem Spiegel. Gefalle mir. Obwohl ich anzog, was rumlag. Weil ich anzog, was rumlag. Ungeduscht. Und los. Ja, das bin ich. Auch. Eines Tages werd ich alt sein.

Epilog

Der Morgen endet um 9:49h. Ich sitze im Bus. Und es gibt „Sushi“. Auf die Ohren. Ich schreibe.

„Bevor ich aussteig

träum ich mich

nach vorn zu dir.“

Elbbrücken

Prolog
Heute überquere ich die Elbe.

I.
Der Vergangenheit tief in ihre blauen Augen gesehen. Sie sah zurück. Und erzählte ihre Geschichte. Sie reichte bis in die Gegenwart und glich der meinigen. Beinahe wäre sie ich geworden. Zu einer anderen Zeit wäre sie das.

II.
Der Gegenwart tief in ihre grünen Augen sehen. Es ist unsere Geschichte. Sie erzählt ihre. Ich erzähle meine. Es bleibt unsere Geschichte. Bis heute. Nehmen wir Momentaufnahmen mit.

III.
Der Zukunft werde ich tief in ihre braunen Augen sehen. Sie wird zurücksehen. Und eine Geschichte erzählen, die nie gewesen sein wird. Nur an einem anderen Ort gewesen wäre. Nur an einem anderen Ort sein wird. Fernab von hier wird sie sein.

Epilog
Heute überquerte ich die Elbe.

Orchidee/ Löwenzahn

Jemand sagte mir

„Du kannst

ungünstigen Bedingungen

außergewöhnlich schlecht

stand halten

wie eine Orchidee

kannst du dich aber

unter idealen Bedingungen

außergewöhnlich gut

entfalten.“

„So sensitiv

wie ich auf meine Umwelt reagier

so widerstandsfähig

reagierst du auf deine

wie Löwenzahn

kannst du dich

überall entfalten

ohne dass die Bedingungen

dich davon abhalten“

sagte mir jemand.

Wer sich lieben kann

Wer sich lieben kann

im Frühling

zum Takt der Windstöße

kitzeln Grashalme nackte Haut

und das laute Stöhnen

dringt ein ins Tal.

Wer sich lieben kann

im Sommer

bei über dreißig Grad

im sitzen auf dem

knarrenden Holzfußboden

im Mehrfamilienhaus.

Wer sich lieben kann

im Herbst

prasselt Regen

auf Dach und an Scheiben

beschlagen von tiefen Atemzügen

auf einem öffentlichen Parkplatz.

Wer sich lieben kann

im Winter

gelehnt an einer Buche

bei bitterkalter Nacht

kurz vor zu Hause

in unmittelbarer Nachbarschaft.

Alltag

Vor dem Krankenhaus

stehst du und rauchst

vor dir lärmen Autos

du bist alt geworden

dein abwesender Blick

streift meinen

du erkennst mich nicht

wie lange es wohl her ist

wir gingen auf dieselbe Schule

du trittst deine Zigarette aus

und zündest eine neue an

die Arbeit kann warten

denke ich und

überquere die Straße

plötzlich rufst du mir zu:

„Du bist aber alt geworden.

Ich habe dich gar nicht erkannt.“

Alles, was wir niemals waren

Ich werde mich setzen

ins Gras am Flussufer

zum Fuße jener alten Trauerbuche

und lehnend am Stamm

Werde ich zuhören dem Wind

deinen Gedanken und dir

mein Kopf wird sinken

langsam hinein in deinen Schoß

alles, was wir niemals waren

du wirst beginnen mit deinen Fingern

durch meine langen Haare

zu fahren und zu deiner immer

leiser werdenden Stimme

werde ich einschlafen

und nicht mehr aufwachen

während ein weiteres Blatt

fällt zu deinen nackten Füßen

Denke nicht

Denke heute nicht an morgen

scheinen deine Sorgen

noch so schwer

wiegen morgen vielleicht

viel leichter

und vielleicht auch gar nichts mehr

denke morgen nicht an heute

ist und bleibt

vergangen

was dich an gestern reute

heute wird neu

begangen.

Das lyrische Foyer

@das_lyrische_foyer (siehe Instagram) stellt sich vor:

Lyrik trifft Musik trifft Mensch.
Immer am letzten Donnerstag im Monat, erstmals am 29.9.2022, werden sich in der @kunstklinik.Hamburg (siehe Instagram) unter meiner Moderation mir zwei Lyriker:innen und ein:e Musiker:in treffen.
Jeder Abend soll unter einem Thema, zB Sehnsucht, Liebe, Freundschaft, Tod, Angst, Alltägliches, Geschichten, Erinnerungen, Freude, Wut, Melancholie, Kindheit, stehen.
Die Lyriker:innen lesen gegenseitig ausgewählte Texte. Und zwar einmal die fremden, einmal die eigenen. Jeder Text wird also zwei Mal gelesen. Dazwischen wird musiziert. Außerdem wird über die Texte unter Einbeziehung der Zuschauer:innen gesprochen. Die Zuschauer:innen können also Fragen stellen zu Texten und Liedern bzw. ihre Emotionen und Assoziationen zu den Texten und Liedern mitteilen und so in den Austausch mit den Künstler:innen kommen.
Pro Abend sollen drei Zuschauer:innen die Möglichkeit bekommen, ein Gedicht zum jeweiligen Thema des Abends vorzutragen. Die Einreichung der Gedichte erfolgt über den Instagram-Kanal @das_lyrische_foyer per Direktnachricht. Die Auswahl der drei Gedichte erfolgt durch mich.

Anmerkung:
Es ist alles noch in der Planung und vorläufig. Die Reihe wird ziemlich sicher umgesetzt, die Frage ist nur, in welchem Rahmen. Dafür brauchen wir auch eure Unterstützung, Ideen und Anmerkungen.

Peter Jensen

Sie verliert drei Kinder

bei der Geburt 

ist überfordert

mit ihm und neun Geschwistern

drum wächst Fritz in Heimen auf

ohne jegliches zu Haus 

Teile seiner Jugend 

verbringt er im KZ

genauso wie sein Dad

der schlägt ihn fast tot

ohne jede Not

da war Fritz kaum vier

sein Dad kippte Bier 

nach Bier

er war ein Trinker

und ein linker Kommunist

der am Alkohol starb 

und den Folgen seiner Haft

da war Fritz kaum zwölf 

es war fünf Minuten nach

Fritz will sich selbst töten

doch es bleibt beim Versuch

mit 16 reißt er aus

dem Osten aus

der DDR 

in die BRD

er wird geschlagen

durch sein tristes Leben

Fritz ist ein gezeichneter Mann

Seine Gesicht entstellt 

mit Sprachfehler, Narben

er ist keine 1,70 und dann

mit einundzwanzig 

fast ein Anfang

Fiete heiratet und zieht

nach Hamburg, das er liebt

Er bekommt einen Sohn

und am Hafen seinen Lohn

doch er lässt nicht 

vom Alkohol

und Schlägt seine Frau

betrügt sie zuhauf

sie lässt sich scheiden und dann

beinah wirklich ein Anfang

Die beiden heiraten erneut 

doch scheiden sich wieder unerfreut

Was nun geschieht 

weiß jede:r der Fatih Akin liebt

Im Hamburger Berg 

auf St. Pauli

zu später Stund 

Öffnet der Schlund seinen Abgrund

Elbschlosskeller, Hong-Kong und Handschuh

Anschließend finden seine Opfer ewige Ruh

Fast zwanzig Jahre Knast

und Psychiatrie

Fritz Honka wurde 

Peter Jensen dann

vielleicht ein Anfang 

für diesen schmächtigen Mann

er lebt noch fünf Jahre

in einem Altersheim

doch Alkohol bleibt 

Freund und Feind

mit 68 Jahren im Krankenhaus

gehen seine Lichter aus

sie waren in all den Jahren

niemals angegangen.

Erschöpfung

Du erschöpfst mich

erschöpfe ich

bin erschöpft

vom Ringen

und dem Zwang zu erzwingen

von all den Dingen

die ich nicht

tu für mich

die ich nur

tu für dich

jene Dinge strengen an

strenge ich mich und ringe

doch selbst keine Dinge

strengen angestrengt bin ich

erschöpft vom Ringen

mit mir

erschöpft vom Ringen

mit dir

weil es ist

strengt es mich an

weil du bist

und weil ich bin

erschöpft von meinem Zwang

gegen meinen Willen

die Dinge zu erzwingen

leidenschaftslos durch die Wand

wie strengt es an

strengt es mich so sehr

angestrengt

bin ich

erschöpft

von Dingen

und dem Zwang zu erzwingen

von all dem Ringen

bin ich erschöpft von dir

Ich bin erschöpft von mir.

Die Dunkelheit in mir

Weckt mich auf in tiefer Nacht

liegen meine Gedanken

grübelnd mit mir wach

Ich fürchte mich vor ihr

Dunkel ist es draußen

dunkler tief in mir

dunkel ist es draußen

die Dunkelheit in mir

drängt nach draußen

ich fürchte mich vor ihr

Dunkel ist es draußen

noch dunkler tief in mir

Im Kontakt nach außen

Fließt die Dunkelheit in mir

Über und nach draußen

nimmt Helligkeit von ihr

Drum kann ich nicht ins außen

drum bleib ich stumm in mir

Meid Kontakt nach außen

er weckt die Dunkelheit in mir

Drum will ich nicht ins außen

Drum Schweig ich still in mir

meid Kontakt nach außen

erwacht die Dunkelheit in mir

Drum fürchte ich

den Tag so sehr

drum hängt die Nacht

so schwer an mir

Wie immer ist es zwischen drei und vier

wie immer lieg ich wach

wie immer denk ich nach

wie immer wächst er nach und nach

bis tief nach innen

gräbt er sich hinein

bis nichts mehr

möglich scheint

Schneller dreht es draußen

tiefer drinnen in mir

schneller dreht es draußen

nach innen wächst der Berg in mir

drängt nach draußen

er ist mein und zwar allein

Schneller dreht es draußen

tiefer drinnen in mir

niemand wird ihn je bezwingen

er ist mein und zwar allein

Er verbindet sich mit ihr

der Dunkelheit in mir

Ich fürchte mich vor ihr

Lesung, morgen, 7.5., 18h Buchhandlung Seitenweise

Morgen, am Sonnabend, 07.05. findet unsere 1. #antikriegslyrik SPENDENLESUNG in der Buchhandlung Seitenweise (Dithmarscher Straße 32, 22049 Hamburg) statt!

Mit @fabian.leonhard @herzundzeile @dat.paddy & @linda_rum_official sowie meiner Wenigkeit.

@fabian.leonhard wird ein bisschen zum Projekt erzählen, wir werden #antikriegslyrik-Gedichte lesen, über Lyrik in Krisenzeiten sprechen & @linda_rum_official wird ein paar Songs spielen!

Im Rahmen der Veranstaltung wollen wir Spenden für humanitäre Hilfe in der Ukraine sammeln.

Kommt alle!🥳❤️ DER EINTRITT IST: FREI

Sie

Wir wuchsen auf

im selben Haus

du im ersten Stock

und ich im zweiten

Wir haben uns

ewig nicht gesehen

das Leben führte dich

nach Schweden

„Das nächste Bier

geht auf mich“

sagst du erzählst

was ich in der Zeitung las

Du lebst, sie starb

durch deine eigene Hand

wolltest du sterben wie

sie war unheilbar krank

Die Badewanne lief über

die Fliesen blutrot

als sie euch fanden

war sie bereits tot

Du wolltest mit ihr gehen

bist froh, dass du noch lebst

wofür du dich zugleich schämst

wie deine Augen erzählen.

Du schriebst mir diese Nachricht

kurz vor ihrem Tod

ich antwortete nicht bis heute

trotz deiner sichtbaren Not.

„Ich denke an dich

an jene unbeschwerten Zeiten

dass wir uns verloren

werd ich nie begreifen.“

Wir schweigen

etwas zu lang

es ist wie eine Umarmung

und ein Neuanfang

Als ich in mein Handy tippe

und es zu dir hinüber schiebe:

„Ich liebe, dass du bist.

Dachte ich und schrieb es nicht.“

#Antikriegslyrik

Gestern ist im Trabanten Verlag die Anthologie „#Antikriegslyrik“ erschienen, unter anderem auch mit einem Gedicht von mir, nämlich dem Gedicht „Frieden“.

Die gesammelten Texte erzählen von Ängsten, Hoffnungen und dem unerschütterlichen Glauben an dem Frieden. Sie finden Worte in einer Zeit, die sprachlos macht.

Kaufen könnt ihr den Gedichtband in der Buchhandlung um die Ecke oder auch direkt beim Verlag, also hier.

Am Sonnabend, den 7.5. um 18h in der Buchhandlung Seitenweise Hamburg, Filiale Dulsberg und am Sonntag, den 8.5. um 13h, in der KunstKlinik Hamburg werde ich mit anderen Autor:innen (Paulina Behrendt, Patrick Gätje und Birte Spreng), aus dem Buch lesen (siehe Termine). Die Lesungen werden musikalisch untermalt von der fabelhaften Linda Rum. Die Veranstaltungen sind kostenlos. Wir sammeln Spenden zugunsten der Ukraine.

Es folgt mein Text „Frieden“.

frieden

fragt nicht

nach bedingungen

frieden ist

und zwar bedingungslos

frieden braucht

keine erklärungen

frieden ist

und zwar erklärungslos

frieden kennt keinen zwang

frieden ist

und zwar zwanglos

reicht der frieden

jede:r und jede:m

die hand.

Wir sehen uns am Wochenende. Bei der Lesung am Sonntag in der Kunstklinik wird übrigens als „Special Guest“ der Aktivist Micha Fritz (u.a. Co-Gründer von Viva von Agua und Initiator der Millerntor Gallery) mit dabei sein.

Wer zu weit weg wohnt: Die Buchhandlung Seitenweise wird die Lesung auch auf ihrem Instagramkanal live übertragen. Wer unabhängig von der Lesung spenden möchte, kann das zum Beispiel hier tun.

Ich freue mich auf euer zahlreiches Erscheinen.

Euer

fskonka

Kühltruhe

Er sieht gut aus

und ist charmant

intelligent und

redegewandt

bei Frauen beliebt

mit einem Abschluss

in Jura und einem

in Psychologie

zeitweise verdient er

sein Geld bei einer Hotline

zur Prävention von Suizid

er ist politisch aktiv

Sie sind jung und attraktiv

tragen ihre Haare lang

und in der Mitte gescheitelt

dann verschwinden sie

alles flehen lässt ihn kalt

er würgt seine Opfer

bis zur Bewusstlosigkeit

dann vergewaltigt er sie

werden erdrosselt oder erschlagen

er fährt ihre Leichenteile

in seinem Wagen

quer durchs Land

hält dabei ihre abgetrennte Hand

der Beifahrersitz ist ausgebaut

sein weißer VW Käfer

wirkt lässig vertraut

Weit vom Tatort entfernt

legt er sie dann ab

manchmal kommt er zurück

und befriedigt sich am Grab.

Nun fährt er wieder nach Haus

grüßt die gescheitelte Nachbarin

stellt ihre Mülltonne raus

im TV sagen sie wird vermisst

Und für einen Augenblick

wirkt er gar glücklich

als er die Nachrichten sieht

Denn sie suchen ihn

werden sie nicht finden

er zog vor langem um

wessen Hand wird als Nächste

in seiner Kühltruhe verschwinden?

Live mit Andrea Wecke

Moin zusammen :),

am kommenden Mittwoch, den 13.4., habe ich auf Instagram ein Live mit der Münchner Lyrikerin Andrea Wecke. Wir werden uns allgemein über das Schreiben, unsere Inspiration und Gedanken austauschen. Wir werden auch ein paar Gedichte lesen. Wer Lust hat, schaut am Mittwoch, den 13.4., um 20h auf meinem Instagram-Kanal @fskonka vorbei. Ist kostenlos.

Ich freue mich über jede:n einzelne:n von euch.

Übrigens habe ich die Termine generell aktualisiert. Schaut mal rein.

Zum Vorgeschmack auf Mittwoch ein Gedicht von Andrea Wecke:

„Mein Kind

tragen und halten will ich dich,

so lange, bis der Wind

dich fortweht.

Dein kurzes Leben

wie ein Sommerregen.

Bald werden

meine Tränen

dein kleines Grab berühren.“

Einen schönen Sonntag

euer fskonka

Lemkenhafen

Sitz im Strandkorb

bei Sturm und Regen

hat nicht mal fünf Grad

doch mich friert es nicht

weil ich weiß, wie gerne

du das hast und

weil ich weiß, dass

du irgendwann

diese Zeilen liest und

weil ich weiß, dass du

dann meine Gedanken

siehst durch deine und

gleich dich fragst

wie ich mich grad

wann setzt du dich

tatsächlich hier

neben mich

trotz Kälte

Sturm und Regen.

Mit dir

Mit dir

kann ich schweigen

kann ich streiten

kann ich Menschen

besser begreifen

wie du mit mir.

Mit dir

kann ich weinen

kann ich lachen

kann ich unmögliches

möglich machen

und du mit mir.

Mit dir

kann ich ruhen

kann ich rennen

kann ich Wolken

nach Tieren benennen

wie du mit mir.

———

Mit dir

darf ich Dinge

die durfte ich nie

weinen zum Beispiel.

Mit dir

kann ich Dinge

die konnte ich nie

tanzen zum Beispiel.

Mit dir

will ich Dinge

die wollte ich nie

alt werden zum Beispiel.

——-

Mit dir drang ich vor

in unbekannte Sphären

strahlend ergriff ich

Stern nach Stern

ohne zu merken

wie wir uns langsam

weiter und weiter

voneinander entfern‘

der Mond und ich

hätten dir gereicht

hast du mir später gesagt

ach, hätte ich dich doch

damals schon gefragt.

Jungfernstieg

Du setzt dich auf die Stufen

am Jungfernstieg

direkt neben mich

vielleicht etwas

zu offensichtlich

Du schaust auf die Alster

denkst aber

bestimmt an etwas anderes

vielleicht an mich

so wie ich an dich

Du nimmst einen Zug

aus deiner Zigarette

erwiderst dann

meinen vielleicht etwas

zu offensichtlichen Blick

Ich lehne schweigend ab

obwohl ich tatsächlich will

nur was eigentlich

und genieße weiter still

den Rauch deiner Zigarette

dann gehst du

nach einem letzten Lächeln

und nimmst

meine Gedanken mit

an eine gemeinsame Zukunft.

Einzigartig

waren wir nur im wir

gab es kaum Raum

für dich und mich

du warst einzig

ich war artig

wir brachen entzwei

tausende Teile

trafen uns wieder

nach langer Reise

einzigartigerweise

setzten uns zusammen

jeder für sich

möglicherweise gar

ein wenig weiser

sind wir wieder im wir

gibt es nun Raum

für mich und dich

ich bin auch einzig

du auch artig.

Einzigartig.

Gute Nacht, Deutschland

Ich fühle mit, ich spende

ich biete einen Schlafplatz an

Ich informiere mich, ich demonstriere

ich tue, was ich eben tun kann

Aber leiden will ich nicht

nicht einmal in Gedanken

warum auch sollte ich

das hilft ja niemanden

also freu ich mich auf den Frühling

trotz allem fast noch mehr

denn was wäre mein Leben

in Frieden ohne Freude wert

doch am Abend kann ich

irgendwie nicht schlafen

immer wieder finden mich

dieselben Gedanken

vom Krieg, den Ungleichheiten

zufälligen Ungerechtigkeiten

hier meine Freuden, dort ihr Leiden

das kann doch so nicht bleiben

was wohl geschehen müsste

damit es anders wär, denke ich bei mir

wohl gar nicht so viel

außer Zusammenhalt und Mitgefühl

wenn wir alle zusammen leiden

ein bisschen nur

aber eben nicht bloß in Gedanken

es würde wahrscheinlich reichen

die friedlichen Demonstrationen

in die Ukraine zu tragen

nicht einmal Putin würde dann

einen Angriff wagen

Morgen beginne ich

mit der Planung

beruhige ich mich

doch warum heute nicht

alle wollen helfen, so auch ich

zumindest vordergründig

nur weh tun darf es eben nicht

jetzt brauch ich meinen Schlaf

gute Nacht, Deutschland.

Ob sie noch leben

Sie sagten ihr, sie würden folgen

doch das wollten sie nie

Kyiv war und ist ihr Leben

daher blieben und bleiben sie

ahnte es und flog dennoch

Mitte Februar nach Hamburg

ein Leben in einem Koffer

ihre Worte in ihrem Kopf

„weil wir dich lieben

und du uns

musst du gehen

und dass jetzt

wir werden folgen

und zwar bald

wirst du verstehen

jung und alt.“

Jede Nacht liegt sie wach

seit der Angriffskrieg begann

schaut sie alle paar Sekunden

auf dem Handy nach

Lebenszeichen ihrer Eltern

waren online wann zuletzt

weiß sie dann doch nie

was sie ohnmächtig zurücklässt

ob sie noch leben sie?

Blockiert

Da ist was in mir

ich weiß nicht was

es ist tief in mir

blockiert

weiß nicht wo

nur dass

ich drüber reden sollte

um es zu verstehn

nur weiß ich nicht

mit wem

selbst

wenn ich wollte

Da ist was in mir

ich weiß nicht was

es ist tief in mir

blockiert

weiß nicht wo

nur dass

Ich zuhören sollte

nur weiß ich nicht

wem

vielleicht jenen

nie geweinten

Tränen

Da ist was in mir

ich weiß nicht

was

es ist tief in mir

blockiert

weiß nicht wo

nur dass

ich fühlen sollte

nur weiß ich nicht

wie

mir fehlt

momentan

jegliche Energie.

Krieg

Während ich

gemütlich

zu Hause

auf dem Sofa sitze

vor dem Kamin

ein Glas Rotwein

in der Hand und im Ohr

Tocotronics Lied

nie wieder Krieg

ziehen Putins Panzer

in Richtung der Ukraine

trotz westlichen Worten

und Sanktionen

dringt Putins Korps

immer weiter vor

wird im Zweifel

niemanden schonen

Und ich sorge mich

hauptsächlich nicht

um das Leid

all der jenen

sondern

um das Geld

all das meine

das ich so günstig

nie wieder Krieg.

„Niemand-jemand“ jetzt als E-Book & im Buchhandel

Mein erster Gedichtband mit 100 Gedichten aus den Jahren 2019-2021 jetzt nicht mehr nur in meinem Shop, sondern auch überall im Buchhandel erhältlich.

Und zudem als E-Book gerade für den absoluten Aktionspreis von nur 3,99€. Wenn das mal kein fairer Preis ist. Ich freue mich über jede einzelne Bestellung sehr und noch mehr über Rückmeldungen. 🙂

Habt es gut!
Euer
Fskonka

Mehr im weniger

Ich hatte das gewollt

so sehr

und dann geschah es

und ich sah es

nicht mehr

und ich wollte mehr

wollte nur immer mehr

und damit das, was

ich überhaupt

nicht gewollt hatte

wollte ich plötzlich

so sehr

und dann

konnte ich nicht mehr

mehr

und dann

wollte ich nicht mehr

mehr

und nun

will ich ziellos bleiben

will ich offen treiben

will ich mehr

im weniger

und das

will ich sehr.

Jemand und du in der Buchhandlung Lüders

Moin zusammen,

ich habe heute bei der wundervollen @buchhandlunglueders vorbeigeschaut. Und Folgendes dort gesichtet: Auf @rupikaur_ folgt @fskonka. Ist doch klar 🙂

Vielen Dank an @buchhandlunglueders, dass ihr mein Buch „Jemand und du“ in euer Sortiment aufgenommen habt. Danke, danke, danke! ♥️🙏🏻 Das freut mich wirklich riesig.

Und auch danke dafür, dass ich meine „Hamburg-Flyer“ bei euch platzieren durfte. ♥️🙏🏻 Ihr seid großartig!

Und jetzt bitte alle hin da, in diese wunderbare Traditionsbuchhandlung in Hamburg-Eimsbüttel. Und wenn ihr mein Buch schon habt, kauft ihr eben ein anderes all dieser wunderbaren Bücher, die es bei @buchhandlunglueders gibt 🙂

Habt es gut!

Euer

fskonka

Valentinstag

Wie jeden Morgen

bring ich dir morgen

Kaffee ans Bett

dazu gibts nen Kuss

auf die Stirn, Blumen

und ein Liebesgedicht

aber nicht

weil Valentinstag ist

sondern, weil du

meine Liebe bist

Sonnabend ich

die Blumen auf dem Markt

vergaß

mit einem Gedicht

jede Woche besser

beginnt

und ich dich liebe

wie jeden Tag.

Hamburg

Ein fetten Dank für die großartige Gestaltung und das Aufhängen meines Hamburg-Gedichts geht an @studio_other_types. Danke! Danke! Danke!

—-

hamburg

du kannst hip

vielleicht nicht so

du kannst chic

wie berlin

vielleicht nicht so

wie paris

du kannst sündig

vielleicht nicht so

wie new york

doch kannst du

fernweh wie

kein

anderer ort

hamburg.

——

Gibt es auch als Plakat das. Bei mir im Shop. In anderer, fskonka-typischer Gestaltung 🙂

Schaut unbedingt auch auf der Instagram-Seite der @ot_posterwall vorbei. Da finden sich viele ganz großartige Plakate aus aller Welt nach Hamburg-Eppendorf.

Euer

fskonka

Februar

Wie viele Tage

hast du

in diesem Jahr?

Februar.

Du bist der zweite

Monat im Jahr

und der letzte

im Winter

hinter dir warten

die Farben des März

blühen bunter

dank dir

und deinem grau

hebt sich bald

der Frühlingstau

leuchtender ab

von erwachenden Feldern

und auf direkt

ins jauchzende Herz

leuchten blau

die grünenden Wälder.

Februar.

Ohne dich wäre

der Frühling nicht

wie früher

fiel noch im Frühjahr

manchmal Schnee.

Februar.

Dreißig

Nun bist du nicht mehr jung

und doch die jüngste

bist du stets gewesen

wirst du immer sein

in diesem Teil

deines Lebens

bleibst du immer jung

es könnte schlimmres geben

zum Beispiel

ein Leben

ohne Geschwister

wäre so viel trister

Nun bist du nicht mehr jung

natürlich auch nicht alt

hast trotzdem schon

so viel erreicht

bist immer für mich da

ich bin verdammt

stolz auf dich

kleine Sister

ohne dich wäre

mein Leben

so viel trister.

Ich liebe sie

die

bei denen

alles kann

nichts muss

ich liebe sie

die schweigen können

bei denen ich nicht

schweigen muss

ich schweigen kann

mit denen ich zusamm

schweigen kann

ich liebe sie

die reden können

bei denen ich nicht

reden muss

die nicht

reden müssen

bei denen ich

reden kann

ich liebe sie

die zuhören können

bei denen ich nicht

zuhören muss

ich zuhören kann

mit denen ich zusamm

zuhören kann

Ich liebe sie

die

bei denen

alles kann

nichts muss

ich liebe sie.

Auf dem Deich

In meinen Träumen kamst du

vor letzter Nacht

schliefen wir zusammen ein

hielten uns wach

in meinen Träumen

saßen wir bei Sturm

auf dem Deich

reichten Blicke weit

und breit kein Mensch

nur die Flut und du

hieltest mich

in meinen Träumen

wach und vor

kamst du letzte Nacht

in Flut und Sturm

stürzten wir uns

erfassten die Wellen

trugen uns hinfort

in meinen Träumen

schmeckte ich Meer wie Salz

und dort deinen Schweiß

auf meiner Haut

in meinen Träumen.

Schauinsland

Heute mach ich blau

wie ferris und klau

Ideen und Zeit

die niemanden gehört

hau Graffiti ungestört

an edelweiße Wände

die Schablonen lieh mir Banksy

ich will sexy

wie Hank Moody sein

tret den Scheinwerfer ein

eines Porsche Cabriolets

das am Straßenrand steht

dreh auf die Anlage

eine sonnige Nacht

verspricht die Spritztour

durch die Nachbarschaft

mit 25 km/h quer durchs Land

bis auf den schauinsland

und dann weiter wie Thees

mit dem Mofa nach England

in London bare knuckle

mit Brad Pitt, ich geh k.o.

nice guys finish last

ist halt so

Das Mofa verkauf ich in Notting Hill

nehm zurück den Flieger

neben mir sitzt Hugh Grant

Julia Roberts wär mir lieber

Morgen mach ich wieder blau

wie Ferris und Klau

mir ein Leben

das mir bald gehört.

Jemand und du

Mein zweiter Gedichtband ist jetzt im Shop erhältlich.

Er umfasst Gedichte aus den letzten sechs Monaten, dir unter der folgenden übergreifenden Erzählung stehen:

„Jemand ist ein Mittdreißiger. Ist ich. Ist du.

Jemand schreibt Gedichte.

Jemand ist erwachsen. Ist sich entwachsen. Ist sehnsüchtig.

Und reist an Orte. Ist an Orten. Am Morgen. Am Tag.

Am Abend. In der Nacht.

Und trifft Menschen. Sie und dich. Die große Liebe.

Und trennt sich.

Und trifft Menschen. Sie und dich. Liebe auf den ersten Blick.

Und wird getrennt.

Am Abend. In der Nacht.

Und reist an Orte. Ist an Orten. Am Morgen. Am Tag.

Du stellst jemand Fragen. Und dir. Und mir.

Du schenkst jemand Einsichten. Und dir. Und mir.

Du bist mit jemand. Und jemand ist nicht mehr allein.“

Eine (Liebes-)Geschichte von jemand und du. Erzählt in 125 Geschichten und 17 Fragen. Von jemand für dich.

Euer

fskonka

Niemand – jemand

Moin zusammen,

mein erster Gedichtband ist ab sofort im Shop erhältlich.

Dieser Gedichtband erzählt in 100 Gedichten aus den Jahren 2019-2021 die Geschichte von einem nicht ganz normalen Mann. Der immer wieder – teils bewusst, teils unbewusst – die Sicht eines Kindes einnimmt und sich in dem Gefühl ständig auf der Stelle zu treten, weiterentwickelt.

Unterteilt in neun Themenbereiche (1. Von mir, 2. Von der Natur als Spiegel, 3. Von Alltag und Sehnsucht, 4. Von Liebe und Freundschaft, 5. Von Vergänglichem 6. Von Geschichten und Menschen 7. Von der Stadt aus der Stadt, 8. Vom Lockdown – COVID-19, 9. Von zeitgenössischen Gedanken).

Jetzt im Shop direkt hier auf der Seite erhältlich.

Herausgeber: Books on Demand, 1. Edition

Sprache: deutsch

Taschenbuch: 126 Seiten

ISBN-10: 3755785541

ISBN-13: 978-3755785541

Abmessungen: 13,5 x 1.1 x 21,5cm

Viel Freude damit

Euer

fskonka

Mein Shop ist eröffnet

Ist er. Tatsächlich. Yippie, yippie, yeah!!!

Klingt einfach hier.

Dort findet ihr meine ersten beiden Gedichtbände – „Niemand/Jemand“ sowie „Jemand und du“ – das Poster zu dem Gedicht „Hamburg“ sowie den Sticker „Würdest du leben wollen, wäre der Tod nicht?“

Ich freue mich auf eure Bestellungen. Wird alles versandkostenfrei verschickt. Und wenn ihr noch an diesem Wochenende bestellt, schicke ich das spätestens am Montag raus. Versprochen.

Bei Fragen und/ oder wenn irgendwas nicht klappt, schreibt mir bitte gerne über das Kontaktformular. Vielen Dank.

Schaut euch auch sonst munter auf der Homepage rum. Ich habe sie in den letzten Tagen um verschiedene Seiten

Home

Hamburg

Auswahl

Street Poetry

Eine Bank

Eine Ode an die Öde

Fantasie

Über mich und

Presse

erweitert.

Habt ein schönes Wochenende.

Euer

Fritz Sebastian Konka

Schuldig

Ich fühl mich schuldig

für, wie du dich fühlst

fühl ich mich schuldig

für jene Wut

die deine ist

für jene Trauer

die deine ist

hätte ich doch

nicht gefragt

hätte ich doch

nichts gesagt

hätte ich doch

nichts gemacht

hätte ich doch

nicht gelacht

für meine Wut

die deine war

für meine Trauer

die deine war

fühl ich mich schuldig

für, wie ich mich fühl

ich fühl mich schuldig.

Labyrinth der Einsamkeit

Nach Jahren treffen wir uns wieder

in meinem Labyrinth der Einsamkeit

wir lieben immer noch dieselben Lieder

tragen uns zurück in die Vergangenheit

wie wir damals unsere Ängste tanzten

jeder für sich, doch nie allein

wie wir damals gegen Wände rannten

auf der Suche nach dem Kern des Seins.

Du reichst mir deine Hand zum Tanz

obwohl ich führe, leitest du mich sanft

an meinen Abgründen entlang

den Gräben meiner Angst.

Ich spüre, du bist dort gewesen

wo ich hin will, werd ich sein

denn mit dir an meiner Seite

kann ich stolpern ohne zu fallen

Wie wir damals unsere Ängste tanzten

jeder für sich, doch nie allein

wie wir damals gegen Wände rannten

auf der Suche nach dem Kern des Seins.

Fantasie

Liebe Fantasten,

was das für ein cooles Projekt von @nato.leipzig (https://www.nato-leipzig.de & https://www.instagram.com/nato.leipzig/?hl=de) ist. Street Poetry at it’s best. Wenn sie nicht zu dir kommen (können), bringen wir es eben zu Ihnen. So ist das nämlich.

Fantasiert euch!

Poetisiert uns!

Schickt Texte!

Wie das geht, findet ihr unter @nato.leipzig (https://www.nato-leipzig.de & https://www.instagram.com/nato.leipzig/?hl=de).

Lasst uns Lyrik leben lassen. Hoch! Hoch! Hoch!

„Lass dich tragen

von deiner Fantasie

du wirst älter

sie wird es nie.“

Euer
Fritz Sebastian Konka

Vor ihm ein halb volles Glas

ob es ihm nicht schmeckt

oder hat es er vergessen

nun nippt er nicht mal mehr

sein abwesender Blick

die Freunde längst gegangen

was er jetzt bräuchte

eine rote Gauloises

erinnert dich an Zeiten

lang vergangen

Nächte

die begannen

in verrauchten Kneipen

und nicht endeten

niemals endeten

endeten die Zeiten

immer noch halb leer das Glas

sein Blick bleibt nicht haften

streift deinen

in der Vergangenheit

du reichst ihm

eine rote Gauloises

bevor du nach Hause gehst

es war deine letzte.

Mit drei Geschlechtern

kannst du dich identifizieren

oder vielleicht auch nicht

du bist du so wie du eben bist

Nichtbinär ist nicht verkehrt

vielmehr ist es das Cistem

es leben die Geschlechtsidentitäten

außerhalb des binären Systems

trans-

-gender-

-fluid

ist nicht ich

verschiebt sich

bi-

-gender

tri-

-gender

wechselt

zwischen zwei

wechselt

zwischen drei

a-

-gender-

-queer

ungeschlechtlich

weder noch

Nichtbinär meets genderqueer

es sterbe das Cistem

es leben die Geschlechtsidentitäten

außerhalb des binären Systems

egal, mit welchem Geschlecht

du dich auf welche Weise identifizierst

männlich, weiblich, divers oder auch nicht

liebe, wen du willst und vor allem liebe dich

Ich folge einem Weg

folgt mir

mal breit wie eine Straße

scheint mir

weit die Sicht

mal schmal im Dickicht

führt mich

in Dunkel zwischen Licht

ein Weg

bis zur nächsten Biegung

mal renn ich

und mal bleib ich stehen

halt inne

um in Gedanken weiterzugehen

mal bieg ich ab

und Zeit vergeht

in der ich ärgerlich bereue

mich trauernd scheue

mir einzugestehen

weiter geht es nicht

doch auch dies hier

ist ein Weg

ist es auch

wenn ich zurückgeh

zur letzten Biegung

geh ich nicht

ich sitze hier und warte

dass nichts passiert

bis ich versteh

passieren wird es nur durch mich

mein Weg ist es niemals nicht

und traue mich

zurück

zu trauern

zurück

gehe

ich

mein Weg

bis zur letzten Biegung.