Sacré Cœur

Ich sitz am Steg am Ukleisee

ruhig und klar das Wasser

blau wie der Himmel

spiegelt sich im Wasser

das Spiel der weißen Wolken

die sich jagen, ineinander übergehen

die zerfallen und vergehen

in der Ferne Glockenläuten.

Ich schau zum anderen Ufer

dort strahlen alte Bäume

grün auch der morsche Steg

tief hängen hier die Träume.

Ich sitz am Steg am Ukleisee

mit meiner lieben Mutter

wir schweigen stumm

in Gedanken unserer Spiegelung.

Was sie von mir in sich sieht

was ich von ihr in mir sehe

ob sie mich bedingungslos liebt

ich ihre Ambivalenzen verstehe

wohin wir miteinander flögen

wenn wir denn fliegen könnten

vom Steg des Ukleisees

sehen wir das Spiel der Wolken

Eppendorf/ Othmarschen

Ich gehe mit meiner Mutter

durch die Stadt

wir gehen den ganzen Tag

von der Alster an die Elbe

bis zum Jenischpark

ein wenig östlich

wuchs meine Mutter auf

wir werfen einen Blick

auf ihr Elternhaus

sie weiß über jeden Winkel hier

etwas zu berichten

erzählt Geschichten

aus Kindheit und Jugend

von ihrem Großonkel und dessen

vermeintlicher Tugend

ich frage mich

werd‘ ich so auch mal

durch Norderstedt gehen

und meiner Tochter erzählen?

von Teufelsbrück

geht es mit der Fähre zurück

den Wind im Gesicht

im Kopf dieses Gedicht.