Es wartet warmherzig der Sinn

Eben noch in wachen Träumen

schau ich in den Himmel blau

vereinzelt ziehen Wolken

zu schnell, um sie zu deuten.

Unscharf tanzt der Schnee

im Vordergrund und

unscharf meine Gedanken

im Hintergrund und

unscharf fällt der Schnee

kaum merklich

manch Flocke steht gar

im wehenden Wind

vor den noch kahlen Bäumen

weder erwachsen noch Kind

sehnsüchtig in leeren Räumen

wartet warmherzig der Sinn

eben noch in wachen Träumen

auf der Straße fährt wer Rad

zur Arbeit durch den Schnee

eben noch lag ich wach

wiegst mich nun in deinen Armen

wohin der Wind mich trägt

wiegst mich nun in deinen Armen

ohne, dass ich je versteh.

Winter / Frühling

Ich steh auf einer kleinen Brücke

schau dem Wasser zu beim Fließen

hör den Vögeln zu beim Singen

bald beginnt es hier zu sprießen.

Gestern noch lag Eis und Schnee

ein Tag wie tiefster Winter

heute weht ein lauer Wind

nimmt Abschied von dem Winter

gleicht einem Frühlingskuss

überschwänglich voller Lust

trifft sich unser Atem in der Luft

der Duft des Aufbruchs.

Mein Kern

Zu meinem Kern ist es noch weit,

er ist verletzlich, zart und weich,

ich spür‘, ich bin ihm nah,

wenn ich vor einer Pusteblume steh‘,

die sich im Winde neigt und hebt,

bei dir ich bleib‘, dich ich nicht brech‘,

weil es mich schmerzt, dir ich versprech‘,

ich lass‘ dich stehen, wie du bist,

ich lass‘ dich gehen, wie du bist,

im Winde lass‘ ich dich verwehen.