Bis ich balanciere

An diesem sonnigen Tag
im frühen Herbst
sitze ich im leichten Winde
auf Metall, wie es hallt
unter meinen Fingern
die klopfen sanft und stark
im Wechsel die Beine
ausgestreckt und angewinkelt
sitze ich sicher nah am Rand
den Rücken an der Wand
während ich mit mir winde
die rechte Hand baumelt
über dem Hang
die linke ruht in der Jackentasche
eine Kastanie
ich könnte aufstehen
ich könnte balancieren
an diesem herrlichen Tag
im frühen Herbst
wärmt die Sonne leicht
so wie der Winde weht
gesammelte Regentropfen bewegt
die Äste biegen weich
hier sitz ich früh und spät
bis ich balanciere.

Fließende Ruhe

Ich blicke auf die grünen Hügel der Vogesen,

Nebel steigt aus dem Tal herauf,

an die Scheiben peitscht der Regen.

Der Ofen wärmt, die Vögel zwitschern,

ich denke, an das Plätschern des Rheins,

an die Natur als Spiegel meines Seins.

Wie die Flüße fließen,

wie die Wolken ziehen,

wie die Hügel im Nebel verschwinden,

wie die Vögel weiterziehen.

So klar und so bewusst,

breitet sich in mir die Einsicht aus,

wahre Ruhe ist stets im Fluß.

Die welken Blätter

Blätter, welk, liegen auf dem Boden,

sie fielen vor langer Zeit,

sie fielen eben von droben,

die welken Blätter auf dem Boden.

 

Sie lebten bis eben,

sie starben vor langer Zeit,

die welken Blätter auf dem Boden,

die fielen, wann, von droben.

 

Einst aus einer Knospe erwachsen

grün, satt und hell, schwangen

sie lebendig schaukelnd,

schwangen sie schnell im Wind.

 

Ehe sie schwebten,

wann,

von droben

ehe sie lagen,

dann,

auf dem Boden

die welken Blätter.