Hör deinem Traum zu

Es steht dort eine Wand

auf jenem Platz in Eppendorf

regelmäßig plakatiert

in schwarz und weiß und grau

doch heute strahlt sie Farben

in grün und gelb und rot und blau

strahlt sie Farben

und morgen kommt ein Mann

und plakatiert in schwarz und weiß

mit aller Ruh an die Wand

eine Sternschnuppe tragende Hand

sowie zwei Köpfe

die Ohr an Ohr klagend sagen

„Hör deinem Traum zu“

der linke Kopf

steht Kopf.

So real surreal

Hellwach

mitten in der Nacht

gerissen aus dem Schlaf

ich glaube es kaum

es war nur ein Traum

ist es gewesen

so real von einem surrealen Wesen

es konnte meine Gedanken lesen

laut und klar sprach es sie aus

ich wollte sie nicht hören

es war ein Graus

ich hatte Angst

so viel Angst

rannte und rannte

nur fort

fort

aber wohin ich auch kam

es war schon dort

wie abgelegen auch der Ort

bald wusste ich nicht mehr

wo ich war

als ich kurz aufsah

verlor ich den Halt

es öffnete sich der Boden weit

unter meinen Füßen

eine Falltür

ich fiel und fiel

bis ich erwachte

mitten in der Nacht

gerissen aus dem Schlaf

ich glaube es kaum

es war nur ein Traum.

Wenn ich meine Zweifel tanze

Was ich nicht kontrollieren kann

nimmt in der Nacht überhand

es tritt zutage

was ich am Tage nicht ertrage

ich lasse zu, was ist

nehme hin, wie es ist

lasse los

ohne Plan und ohne Ziel

nichts ist zu groß

ohne Denken ins Gefühl

kein Kalkül

ich fühl‘ anstatt zu negieren

lass Momente regieren

bin für Angst und Trauer bereit

für Freude und Ausgelassenheit

ich bin ohne Frage nach dem Sinn

wenn ich meine Zweifel tanze

mich nicht hinter ihnen verschanze

wenn ich träume

wenn ich schlaf

bin ich mir wirklich nah?