An meine Alltagsheldin

Wenn ich nicht weiter weiß

und auch nicht zurück

wenn ich hinunterschluck

wenn ich wegdrück

dann frag ich mich

was tätest du

dann denke ich

was dächtest du

denn du weißt

was du willst und was nicht

denn du weißt

es sind sie und du nicht

du bist meine Alltagsheldin

und im Dunkeln mein Licht

du bist meine Alltagsheldin

und dieses Gedicht ist für dich.

Von überfüllten E-Mail-Postfächern

Ich schrieb vor ein paar Jahren eine E-Mail ohne Betreff an einen alten Freund. Über Norderstedt, Urlaubspläne und Gewitterfliegen.

Seine Antwort kam per Brief und der Anfang ging ungefähr so.

Was ich mag:

E-Mails mit Betreff

Was ich lieber mag:

Überfüllte E-Mail-Postfächer. Denn dann habe ich eine Ausrede, Briefe zu schreiben.“

Er konnte immer schon allem etwas gutes abgewinnen.

Seitdem schreiben wir Briefe. Und die ersten Worte dieser Briefe enthalten immer einen Betreff.

Wirklich wahr.

Und, weil heute eine E-Mail zurückkam wegen eines überfüllten Postfachs erinnere ich mich an diese Geschichte. Wie gerne ich ihr eine neue Wendung gegeben hätte. Wie gerne ich heute wie mein alter Freund einen Brief geschrieben hätte. Er hätte den folgenden Betreff gehabt: „Von überfüllten E-Mail-Postfächern“.

Leider aber habe ich ihre aktuelle Adresse nicht.

Diese Tage

Es gibt diese Tage

voller Energie

egal, welche Aufgabe

ich schaffe sie.

Es gibt diese Tage

da hab ich kaum Kraft

selbst einfachste Sachen

werden zerdacht.

Es gibt diese Tage

da macht alles Sinn

da fühl ich Verbindungen

wo immer ich bin.

Es gibt diese Tage

da kann ich nicht mehr

da will ich nur schlafen

und das will ich sehr.

Es gibt diese Tage

die enden nie

im nächsten Moment

dann enden sie