Smucke Steed

Vom Hügel aus der weiche Blick in Richtung Förde

gerahmt von Sonnenstrahlen und alten Bäumen

Gras hochgewachsen in den Zwischenräumen

säumen verwunschen Hortensien den Weg

reich an Geschichte steht

zurückhaltend hier die alte Schule

heute ein Hotel

lichtdurchflutet und hell

erhöht

in klarer Ruhe

hält inne des Lebens Hast

fällt ab des Alltags Last

unweit von Wasser und Strand

rauscht der Wind durch Blätter und Zeit

raunt, wie in lang geträumten Träumen

„Tue nichts. Es gibt nichts zu versäumen.“

krächzen hin und wieder leise die Möwen

es ist, als wäre es hier anders niemals je gewesen.

Ein Baum

Ein Baum steht dort

er steht dort schon seit langem

er stand dort schon vor Jahren,

stets war ich vorbeigefahren.

Letzte Woche hielt ich an,

widmete mich seiner ganz,

fragte mich, wie alt er ist,

warum er wohl am Leben ist.

Ich ging um ihn herum,

lehnte mich an seinen Stamm,

klopfte sacht und schaute

aufmerksam an ihm entlang

bis zu seiner Krone,

fühlte seine Blätter,

sie waren nass und warm.

Ich trat ganz nah an ihn heran,

und näher, nahm ihn in meinen Arm,

meinen Atem warf er mir zurück,

ich setzte mich zu seinem Fuße,

verabschiedete mich mit einem Gruße,

winkte und wünschte Glück.

Ein Baum steht dort

er steht dort schon seit langem

er stand dort schon vor Jahren,

heute bin ich vorbeigefahren.

Blatt an Ast an Baum

Ich sitze

rückwärtsgewandt

am offenen Fenster,

kalte Morgenluft strömt herein,

Vogelgesang,

im Spiegel der Ausschnitt

eines Baumes

zwischen Wurzel und Krone

biegen sich Äste,

der Stamm ist nicht zu sehen,

zittern Gäste,

immer ähnlich, niemals gleich

stets im selben Raum,

unversehens,

mal ein Knirschen,

Blatt an Ast an Baum.

Der Baum mit Gedichten

Ein Baum mit Gedichten steht 

mitten in Hamburg und lädt 

alle Müßiggänger ein, 

zusammen müßiggängerisch zu sein.

 

Ein Gedicht mitzunehmen

oder eins zu hinterlassen,

anzuregen oder sich anregen zu lassen.

ganz nach Belieben, ganz nach Vernehmen.

 

Sie steht vor dem Baum und lächelt,

er lächelt zurück, eher aus Reflex,

halb perplex, sie steckt währenddessen 

einen Zettel ins Netz am Baum.

 

Erst jetzt versteht er

den Baum mit Gedichten.

Und greift hinein, 

auf seinem Zettel steht:

 

Lass uns zusammen eilen!

Lass uns zusammen verweilen!

Lass uns zusammen müßig gehen!

Lass uns zusammen beeilen!