Die Seifenblase am See

Ich sitze am Ufer eines Sees

verfolge eine Seifenblase, die

über dem Gewässer schwebt,

ehe sie an Höhe verliert,

mit dem Wasser kollidiert,

leicht emporsteigt,

niedersinkt,

dieses Mal keine Kollision,

ein Tanz, ein Kuss, eine Verbindung,

gleich gleitet sie auf dem Wasser,

gleich verschwindet sie zur Hälfte,

nur ein Halbkreis noch zu sehen,

der mit der Strömung fließt,

wie eine Glocke aus Glas,

jetzt nicht mehr zu sehen.

Der Tollkühne

Er läuft in Richtung Klippe,

das Seil, geknotet um einen Baum,

fest in seinen Händen,

er wird doch nicht springen?

 

Er springt, weit raus,

er schwingt hinaus,

unter ihm nur Luft,

dann nichts, dann Wasser.

 

Nur eines ist gewiss,

reißt das Seil oder lässt er es los,

es wär sein Tod, das Wasser gleicht

aus dieser Höhe Stein.

 

Ich frage mich: „Muss das sein?“.

So ohne Not. Das Spiel mit dem Tod.

Ob er nicht anders will?

Ob er nicht anders kann?

 

Welch ein Glück das Seil hält,

er lässt nicht los

und schwingt elegant

zurück an Land.

Die Lichter der Abenddämmerung

Unter mir die Lichter der Stadt.

 

Der geschlossenen Geschäfte, die heute

kein Ziel mehr sein werden,

vielleicht morgen, die werben

mit großen weißen leuchtenden Lettern.

 

Der fahrenden Autos, die ein Stück

der Straße erleuchten, immer ein anderes,

eine helle Leuchtspur erschaffend, die sie

auf der dunklen Fahrbahn zum Ziel geleitet.

 

Der stehenden Straßenlaternen, die ein Stück

des Weges erhellen, immer dasselbe,

wartend auf einen Passanten, der die hellen Stücke

zu einem Weg zusammenfügt bis zu seinem Ziel.

 

Der wechselnden Wohnungen, die als Ziel

scheinen, es vorübergehend auch sind,

zumindest für die heutige Nacht,

den morgigen Tag, das kommende Jahr.

 

Über mir die Lichter nach der Sonne.

 

Der zarte Himmel

leuchtet hell in blau,

am Horizont in grau,

in lila und in gelb.

 

Es ist das gestreute Restlicht der

untergegangenen Sonne, das sein Ziel

noch findet, ehe es in ein paar Minuten

restlos verschwindet.

 

Gleich ist Dunkelheit,

die Sonnenstrahlen wandern vorbei

an diesem Teil der Erde

bis ans Ende aller Zeit.

 

In mir das Licht.

 

Das leuchtet.

Nach unten

wie nach oben.

Ohne Ziel.

 

Das leuchtet.

Nach innen.

Unsichtbar.

So hell.