Am Stübenplatz

Prolog

Ich sitze am Stübenplatz und schaue.

I.
Menschen gehen vorbei. Irgendwie. Kommt es, dass sie hier sind. Wo ich bin. Zumindest jetzt gerade. Wir kennen uns nicht. Aber nun gehen sie an mir vorbei. Ich könnte sie fragen. Nach ihren Wegen. Den vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen. Warum ich es nicht tue? Weil man das nicht tut. Aber warum ich es nicht tue?

II.
Menschen bleiben stehen. Vielleicht ein Paar. Unterhalten sich. Laut. Ich verstehe sie nicht. Weil ich ihre Sprache nicht spreche. Welche Sprache es ist? Sie reden laut. Und strahlen sich an. Ja, ein Paar. Jedenfalls bald. Ich merke, ich beginne auch zu strahlen. Obwohl ich nicht verstehe, verstehe ich. Dass ich immer so leise rede.

III.
Menschen gehen vorbei. Ich frage jemand nach seinen Wegen. Wohl zu laut. Er sei nicht schwerhörig, sagt er. Ich fühle mich ertappt. Was er merkt und lacht. Ob ich denn Zeit habe. Habe ich. Er setzt sich mir gegenüber. „Ich wollte sowieso gerade was essen“, sagt er und fängt an zu erzählen. Von seinen Wegen. Den vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen.

Epilog

Ich sitze am Stübenplatz und höre zu.