Von einem Mann

Unter der Woche fährt er

mit der U-Bahn in die Stadt

manchmal schläft er ein

manchmal bleibt er wach.

Er wurde hier geboren

und er wird hier sterben

hier wuchs er heran

von einem Kind zum Mann.

Am Wochenende schaut er

aus seinem Fenster raus

er kennt hier jeden Stein

hier ist sein Zuhaus‘.

Alle kennen ihn

zumindest sein Gesicht

manche gar seinen Namen

die meisten aber nicht.

Allen, die vorbeigehen

wünscht er ‘nen guten Morgen

er weiß von ihren Träumen

er weiß von ihren Sorgen.

Nur von seinen eig‘nen

wusste er noch nie

will er auch nicht wissen

darum fragt er sie.

Auf jener Bank im Park

Zwischen gelben Blättern

steht diese Bank im Park

auf der ich bis eben saß

und in einem Buche las

das du geschrieben hast

auf jener Bank im Park

ich sah dir manchmal zu

wie du schriebst mit großer Ruh

wie du Zeit und Raum vergaßt

auf jener Bank im Park

auf der ich bis eben saß

in deinem Buche las

Raum und Zeit vergaß

auf dieser Bank im Park

schlug ich in aller Ruh

nunmehr dein Buche zu.

Die Ruhe der Gedanken

Manchmal fällt mir nicht ein

Gedanke ein,

dann suche ich, doch

finde keinen Reim.

Manchmal findet ein

Gedanke mich,

ohne, dass ich suche

scheinbar aus dem Nichts.

Manchmal frag ich nicht,

woher er kommt, und

schreib ihn auf

ob Tag, ob Nacht

nehm ich ihn ernst und auf.

Manchmal frag ich nach

seinem Grund und

grübel länger nach,

ob ich versteh,

welch Gefühl

dahinterstehen mag.

Manchmal schieb ich

ihn zur Seite, hör ihm

nicht einmal zu,

stets kommt er dann wieder,

manchmal erst nach Jahren,

er will seine Ruh.

Leben und Momente

Wie erfüllend solch Momente sind,

wenn ich nicht will, nur bin,

wie erfüllend solch Momente sind,

wenn ich nicht will, nur bin.

Wie erfüllend solch Momente sind,

wenn ich nur sitz und schau,

wie erfüllend solch Momente sind,

wenn ich nur sitz und schau.

Wenn ich mit mir alleine scheine,

verbunden bin mit allem Sein,

wenn ich mit mir alleine scheine,

verbunden bin mit allem Sein.

Wenn ich es nicht anders wünsche,

anders wünsche als es ist,

wenn ich es nicht anders wünsche,

anders wünsche als es ist,

wie wundervoll

mein Leben ist.

Fließende Ruhe

Ich blicke auf die grünen Hügel der Vogesen,

Nebel steigt aus dem Tal herauf,

an die Scheiben peitscht der Regen.

Der Ofen wärmt, die Vögel zwitschern,

ich denke, an das Plätschern des Rheins,

an die Natur als Spiegel meines Seins.

Wie die Flüße fließen,

wie die Wolken ziehen,

wie die Hügel im Nebel verschwinden,

wie die Vögel weiterziehen.

So klar und so bewusst,

breitet sich in mir die Einsicht aus,

wahre Ruhe ist stets im Fluß.

Ein Zyklus

Ein Tag fließt dahin

läuft wie die Welle 

eines stillen Sees

geräuschlos aus

kein Brausen

kein Tösen.

Kein Fazit.

Obwohl ich nur 

Andeutungen

keine Umsetzungen fand

als ich sehnend suchte

nach den Höhen 

in den Tiefen 

meines Innern

nach den Räumen

die dort flimmern

ob sie vermögen 

ein lichterlohes Feuer

zu entfachen

nach den Begrenzungen

die dort wachen

nach den ausgeschöpften

Möglichkeiten

Kein Fazit.

Ich werde weiter suchen 

und weiter.

Kein Fazit.

Obwohl ich ahne

die Suche wird nicht enden. 

Niemals dürfte am Ende eines 

Tages ein Fazit stehen

wahrscheinlich nicht

einmal am Ende 

eines Lebens.

Schließlich bleibt

der Startpunkt, die Weite

eines jeden Weges unbekannt

Eltern und Ahnen 

übergaben unerkannt 

im endlosen Staffellauf 

der Zeit.

Kein Fazit. 

Meine Suche dennoch 

nicht vergebens. 

Sie deckt auf und wieder zu

ruht aus, braust auf

bis ans Ende meines Lebens

das nie zu Ende ist

bis ans Ende meines Lebens

das kein Ende ist,

Farbspritzendes Gewitter

Alltag weg,

Chaos da,

Euphorie nah.

Farbspritzendes Gewitter

Kreuz wechselnd quer

Ballons voll greller Farbe

platzen lassen

rot, gelb, pink

und blau

bedecken weiße Flächen

kleine bunte Flecken

selbst an den Decken

dabei tanzend einen

Ventilator zu

Ja, Paniks

zwischen 2 und 4

kreisen lassen und

mit zum Himmel

gestreckter Hand

in Hand mit hellen

Leuchtmalstiften

ein lila Pyrofeuerwerk

zünden als gebe es

kein Morgen.