Was dich ausmacht

Wie viele Gesichter du hast, ob du sie alle kennst

ob du einen Elefanten beim Namen nennst

wann du weinst und wann du auslachst

was du liebst und was dich ausmacht

wo du dich betrügst, wann du lügst

ob der äußere Schein trügt

was du dir wieso verbaust

was du dich nicht traust

worüber du dich ärgerst

wen du gern verärgerst

wovor du Angst hast

wann du laut lachst

ob du dich sehnst

was du verpönst

was du verbirgst

was mit dir stirbt

was dich antreibt

was von dir bleibt

wenn du dein

Innerstes

nach Außen

kehrst.

Mit Freude oder halb Leid

Ich schaue mit der mir möglichen Ruh

dem Treiben auf der Außenalster zu

Vögel und Ruderer ziehen vorbei

allerlei Worte taumeln

durch den Kopf baumeln

im Takt der Wellen auf und ab

wie Beine überm Wasser

Fässer von Gedanken

wer vor mir hier saß und wie lange

war ihr Mut, ihm bange

worüber dachte sie nach

lachte er laut seltsam vertraut

allein oder zu zweit

mit Freude oder halb Leid

war es noch Nacht oder schon Tag

wart sie seinen Möglichkeiten gewahr

auch wer nach mir hier sitzt

ob sie ihren Namen in die Bank ritzt

sieht er den Herbst funkeln seine Augen

wohin führt sie ihr unerschütterlicher Glauben

hört er das Wasser ruhig an die Wände schlagen

hat sie jemals jemand auf Händen getragen

Über meine Vorstellungskraft

Ich glaube nicht

dass es dich gibt als etwas

was in meiner Vorstellungskraft liegt

vielleicht sind alle Menschen eins

teilen eine Seele und einen Geist

vielleicht ist mein Leben keins

und ich bin eine Phantasie

die du mir gnädig liehst

vielleicht kann ich allein bestimmen

über meine Wege, was geschieht

vielleicht konnte ich das nie

oder nur in deinen Bahnen.

Die (un)sichtbare Mauer

Es ist, als ob auf meinem Weg

eine unsichtbare Mauer steht

nicht zu übersteigen und nicht zu umgehen

ich entscheide mich, umzudrehen.

Bald findet mich erneut der Weg

auf dem die unsichtbare Mauer steht

ich fluch‘ und schimpf‘ auf mein Unglück

laut hallt es zurück.

Ich setz‘ mich hin und nehm‘ mir Zeit

frag‘ nach dem Sinn, bin ich bereit

warum die unsichtbare Mauer hier wohl steht

mitten auf meinem Weg.

Ich finde eine Antwort

eine Antwort gibt es nicht

ich trage mein Päckchen

ich trage es nicht.

Nun taucht die Mauer am Horizonte auf

ich kann sie wirklich sehen

meinen Weg weiter gehen

und nehme Anlauf.

Ich springe

über die Mauer

drüber

während ich laut singe.

Du bist nicht deine Gedanken

Wenn du in Gedanken bist,

wo bist du dann?

Nicht hier bei mir,

mahnt sie ab und an,

wenn du in Gedanken bist.

Fragst du dich, warum du fliehst?

warum deine Gedanken dich

von hier wegzieh‘n?

Wenn nicht, frage ich.

Weil es nunmal so ist,

weil es ist, wie es ist.

Ja, es ist, wie es ist, erwidert sie,

aber deine Gedanken sind nicht,

du bist und nur

hier bei mir,

wenn du nicht in Gedanken bist.

Podcast – Folge 1 – Wer ich bin

Moin,

mein erster Podcast ist online. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist.

Yippie, yippie, yeah, yeah, yeah!!!

Oder was meint ihr?

Ich trage unter anderem drei meiner Gedichte („Pusteblumen“, „Tanz mit der Angst“ sowie „Gedankenkreise“) vor und erzähle etwas zu ihnen.

Will ich nun wöchentlich machen.

Einfach hier klicken:

Fritz Sebastian Konka · Podcast – Folge 1 – Wer ich bin

Danke fürs lesen, hören, kommentieren liken und kritisieren.

Euer

Fritz Sebastian Konka

Ein Zyklus

Ein Tag fließt dahin

läuft wie die Welle 

eines stillen Sees

geräuschlos aus

kein Brausen

kein Tösen.

Kein Fazit.

Obwohl ich nur 

Andeutungen

keine Umsetzungen fand

als ich sehnend suchte

nach den Höhen 

in den Tiefen 

meines Innern

nach den Räumen

die dort flimmern

ob sie vermögen 

ein lichterlohes Feuer

zu entfachen

nach den Begrenzungen

die dort wachen

nach den ausgeschöpften

Möglichkeiten

Kein Fazit.

Ich werde weiter suchen 

und weiter.

Kein Fazit.

Obwohl ich ahne

die Suche wird nicht enden. 

Niemals dürfte am Ende eines 

Tages ein Fazit stehen

wahrscheinlich nicht

einmal am Ende 

eines Lebens.

Schließlich bleibt

der Startpunkt, die Weite

eines jeden Weges unbekannt

Eltern und Ahnen 

übergaben unerkannt 

im endlosen Staffellauf 

der Zeit.

Kein Fazit. 

Meine Suche dennoch 

nicht vergebens. 

Sie deckt auf und wieder zu

ruht aus, braust auf

bis ans Ende meines Lebens

das nie zu Ende ist

bis ans Ende meines Lebens

das kein Ende ist,

Eine alte Freundschaft

Aufm Fahrrad zum alten Schulfreund

Gegenwind trotz Windstille

Gedankenfilm, Gedankenkopf,

früher untrennbar eins wie Jekyll und Hyde,

über die Zeit schlief die Freundschaft einfach ein,

sein Umzug, aber nicht nur Orte verkomplizierten

auch unterschiedliche Lebenswege trennten

nach Jahren zog er nun zurück in die

niemals windstille Stadt des suchenden Wassers

der leuchtenden Lichter des sehnsüchtigen Hafens.

Gedankenfilm, Gedankenkopf.

Noch philosophisch wie damals,

als wir alles hinterfragten,

keine Antworten fanden,

nichts und niemanden verstanden?

Noch zynisch wie damals,

als wir spotteten, weil die so weise Frau

angeblich mit dem Winde Freundschaft schloss,

als ob das ginge und wenn doch

rauchten sie zum Frieden Pfeife?

Gedankenfilm, Gedankenkopf

Ob er mittlerweile Antworten fand oder

das Fragen aufgegeben hat?

Ob er mit dem Winde

Freundschaft schloss?

Ob wir Jekyll und Hyde

noch könnten, wenn

wir denn wollten?