Ein Baum

Ein Baum steht dort

er steht dort schon seit langem

er stand dort schon vor Jahren,

stets war ich vorbeigefahren.

Letzte Woche hielt ich an,

widmete mich seiner ganz,

fragte mich, wie alt er ist,

warum er wohl am Leben ist.

Ich ging um ihn herum,

lehnte mich an seinen Stamm,

klopfte sacht und schaute

aufmerksam an ihm entlang

bis zu seiner Krone,

fühlte seine Blätter,

sie waren nass und warm.

Ich trat ganz nah an ihn heran,

und näher, nahm ihn in meinen Arm,

meinen Atem warf er mir zurück,

ich setzte mich zu seinem Fuße,

verabschiedete mich mit einem Gruße,

winkte und wünschte Glück.

Ein Baum steht dort

er steht dort schon seit langem

er stand dort schon vor Jahren,

heute bin ich vorbeigefahren.

Podcast – Folge 1 – Wer ich bin

Moin,

mein erster Podcast ist online. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist.

Yippie, yippie, yeah, yeah, yeah!!!

Oder was meint ihr?

Ich trage unter anderem drei meiner Gedichte („Pusteblumen“, „Tanz mit der Angst“ sowie „Gedankenkreise“) vor und erzähle etwas zu ihnen.

Will ich nun wöchentlich machen.

Einfach hier klicken:

Fritz Sebastian Konka · Podcast – Folge 1 – Wer ich bin

Danke fürs lesen, hören, kommentieren liken und kritisieren.

Euer

Fritz Sebastian Konka

Alter Wegbegleiter

Nicht mehr gewartet

zu lang die Spanne

als dass

vergessen, versunken, verschüttet

hinabgesunken ins Ungewisse

vergraben unter neuem und alten

umgeben von

ähnlichen Ungleichen

und dann irgendwann

nach Zeit, all der Zeit

anders so vertraut

erklingt

diese wohlbekannte Stimme

jetzt

jenes verlorenen Wegbegleiters

der nie verloren war

hinein ins Herz

trägt mich zurück

nach vorn

ins hier

mit neuen Worten

an das Ufer

dieses tiefen Sees.

Die Ruhe der Gedanken

Manchmal fällt mir nicht ein

Gedanke ein,

dann suche ich, doch

finde keinen Reim.

Manchmal findet ein

Gedanke mich,

ohne, dass ich suche

scheinbar aus dem Nichts.

Manchmal frag ich nicht,

woher er kommt, und

schreib ihn auf

ob Tag, ob Nacht

nehm ich ihn ernst und auf.

Manchmal frag ich nach

seinem Grund und

grübel länger nach,

ob ich versteh,

welch Gefühl

dahinterstehen mag.

Manchmal schieb ich

ihn zur Seite, hör ihm

nicht einmal zu,

stets kommt er dann wieder,

manchmal erst nach Jahren,

er will seine Ruh.

Leben und Momente

Wie erfüllend solch Momente sind,

wenn ich nicht will, nur bin,

wie erfüllend solch Momente sind,

wenn ich nicht will, nur bin.

Wie erfüllend solch Momente sind,

wenn ich nur sitz und schau,

wie erfüllend solch Momente sind,

wenn ich nur sitz und schau.

Wenn ich mit mir alleine scheine,

verbunden bin mit allem Sein,

wenn ich mit mir alleine scheine,

verbunden bin mit allem Sein.

Wenn ich es nicht anders wünsche,

anders wünsche als es ist,

wenn ich es nicht anders wünsche,

anders wünsche als es ist,

wie wundervoll

mein Leben ist.

Der Tollkühne

Er läuft in Richtung Klippe,

das Seil, geknotet um einen Baum,

fest in seinen Händen,

er wird doch nicht springen?

 

Er springt, weit raus,

er schwingt hinaus,

unter ihm nur Luft,

dann nichts, dann Wasser.

 

Nur eines ist gewiss,

reißt das Seil oder lässt er es los,

es wär sein Tod, das Wasser gleicht

aus dieser Höhe Stein.

 

Ich frage mich: „Muss das sein?“.

So ohne Not. Das Spiel mit dem Tod.

Ob er nicht anders will?

Ob er nicht anders kann?

 

Welch ein Glück das Seil hält,

er lässt nicht los

und schwingt elegant

zurück an Land.

Über einen sorglosen Menschen

Es war einmal ein Mensch,

der hatte keine Sorgen.

Er war ein neugieriger Mann,

drum nahm er dankend

die Sorgen seiner Freunde an.

Es dauerte nicht lang,

bis er verstand,

warum man auf Sorgen

getrost verzichten kann.

Drum bat er seine Freunde

an einem frühen Morgen

um die Rücknahme der Sorgen.

Die Bekannten lehnten dankend ab,

für die alten Sorgen hätten sie kein Platz,

sie hätten sehr zu leiden unter der Last

neuer Sorgen, die alten solle der neugierige Mann

daher tunlichst selbst entsorgen.

Das Problem war,

er wusste nicht, wie,

da half ihm nur noch eine Therapie.

Die rote Gondel

Auf einem kleinen Hügel 

steht 

eine rote Gondel,

allein, nicht einsam.

 

Weite Sicht, der Blick 

dreht, 

in absoluter Stille, 

kein Wind weht.

 

Vor dem Hügel und daneben

liegt 

in idyllischem Gewand das Land; 

flach, grün, menschenleer.

 

Hinter dem Hügel, fast verblaut, 

liegt

eine Siedlung,

verlassen und grau.

 

Mit verbauten

Plattenbauten, davor

steht 

erhaben ein altes Riesenrad.

 

Das sich seit Jahren

nicht mehr

dreht.

Selbst wenn der Wind

 

noch so stark weht,

bewegt

es sich nicht. Anders die roten Gondeln.

Sie quietschen dann im Wind.

 

Bis auf eine. 

Liebevoll, dunkel, tief

Ich lehn an einem Baum,

es ist schon spät

an einer jungen Eiche.

Ich schweife ab in einen Traum,

es ist schon spät

an dieser alten Eiche.

 

Wie ich wandere, tief in einen Wald,

eine stumme Stille weist den Weg,

gönnt mir keinen Halt.

Eine schwache Stimme spricht:

„Bis zum Schlaf ist es noch weit.

Voran, voran, gönn dir keine Ruh!

Sieh zu! Verliere keine Zeit!“

Es ist einsam, dunkel, kalt.

 

Und ich gehe, tiefer und

tiefer, in diesen Wald,

die stumme Stille weist den Weg,

gönnt mir keinen Halt.

Es ist einsam, dunkel, kalt.

Die schwache Stimme spricht:

„Fast bist du da. Du bist ganz nah! 

Der Schlaf ist nicht mehr weit!

Gleich leg dich hin, gleich ruh dich aus

und nimm dir deine Zeit!“

 

Ich lehn an einem Baum,

es ist schon spät

an einer jungen Eiche.

Ich schweife ab in einen Traum,

es ist schon spät

an dieser alten Eiche.

Eine neue Heimat

Er reißt eine 

alte Heimat ein,

es musste sein,

sonst wäre das Haus

nach all den Jahren bald  

zusammengefallen. 

 

Viel Staub, darunter 

kein Vergessen.

 

All die alten Erinnerungen,

die wahren und

echten,

traurigen und

fröhlichen,

außer- und 

gewöhnlichen.

 

All die neuen Erinnerungen,

die warten, 

erlebt zu werden,

nach den Scherben,

um nicht unerlebt 

zu sterben.

 

Der Baggerfahrer bietet

ihr eine Zigarette an,

Sie nimmt dankend an.

Ein erster tiefer 

genüsslicher Zug.

Voll vor Freude,

voll Wehmut.

 

Währenddessen spielt

ein Mann mit seiner 

Tochter auf der 

Baustelle Fußball.

 

So langsam kann 

sie sich das vorstellen.

Farbspritzendes Gewitter

Alltag weg,

Chaos da,

Euphorie nah.

Farbspritzendes Gewitter

Kreuz wechselnd quer

Ballons voll greller Farbe

platzen lassen

rot, gelb, pink

und blau

bedecken weiße Flächen

kleine bunte Flecken

selbst an den Decken

dabei tanzend einen

Ventilator zu

Ja, Paniks

zwischen 2 und 4

kreisen lassen und

mit zum Himmel

gestreckter Hand

in Hand mit hellen

Leuchtmalstiften

ein lila Pyrofeuerwerk

zünden als gebe es

kein Morgen.

Mondfinsternis

Mein Hinweg durch die Stadt

auf dem Bürgersteig,

entlang an der stark befahrenen

vierspurigen Straße,

zwei für jede Richtung.

Während der Mond sich aus dem Halb-

in den Kernschatten bewegt, sich verfinstert,

und nun rot am Himmel steht und plötzlich

neben mir statt Asphalt Wasser,

statt Teer ein Meer als Schlucht wie ein Fluss

inzwischen den hohen Mehrfamilienhäusern

wie eine Flucht, die Geräusche der Straße

verschwimmen zu auslaufenden Wellen,

die Autos als Schiffe, bis der Mond

sich aus dem Kernschatten bewegt, erhellt

und wieder unverdeckt am Himmel steht.

Mein Rückweg durch die Stadt

auf dem Bürgersteig

entlang an der stark befahrenen

vierspurigen Straße,

zwei für jede Richtung.