Fließende Ruhe

Ich blicke auf die grünen Hügel der Vogesen,

Nebel steigt aus dem Tal herauf,

an die Scheiben peitscht der Regen.

Der Ofen wärmt, die Vögel zwitschern,

ich denke, an das Plätschern des Rheins,

an die Natur als Spiegel meines Seins.

Wie die Flüße fließen,

wie die Wolken ziehen,

wie die Hügel im Nebel verschwinden,

wie die Vögel weiterziehen.

So klar und so bewusst,

breitet sich in mir die Einsicht aus,

wahre Ruhe ist stets im Fluß.

Ein letzter Blick aufs Meer

Und das Schiff verlässt den Hafen,

wehmütige Freude

Möwen sitzen auf den Steinen

sehnsuchtsvolles Warten.

Die Sonne scheint, es regnet,

Tropfen fallen schwer.

die Möwen kreisen einen Bogen,

eine nur fliegt hinterher.

Eine Mutter klettert mutig

auf den Steinen bei starkem Wind

sie hält ängstlich an der Hand

ein vor Freude jauchzendes Kind.

Am Horizont verschwunden

der Kaffee auch fast leer,

ach, wären sie nur ungebunden,

ein letzter Blick aufs weite Meer.

Ein Regentropfen

Schwankender Regen stammend

aus einem Spiel

unmittelbar

der stürmenden

Luft mit dem fallenden Wasser

und mittelbar

dem spuckenden Feuer und der

blauen Erde

sitzt

zunächst als einzelner Tropfen

auf meinem Brillenglas,

durchsichtig, einsam und

allein

bis er fließt

sich mal verirrt und mal vereint,

glücklich zusammen

oft mit einem oder zweien,

selten gar mit dreien,

sodann sich trennt,

schließlich entzweit,

sodann

mit aller Ehrlichkeit

am Ende hängt am Rande

und schließlich fällt

wieder als einzelner Tropfen

alleine und durchsichtig

gen Erde.