Sie

Wir wuchsen auf

im selben Haus

du im ersten Stock

und ich im zweiten

Wir haben uns

ewig nicht gesehen

das Leben führte dich

nach Schweden

„Das nächste Bier

geht auf mich“

sagst du erzählst

was ich in der Zeitung las

Du lebst, sie starb

durch deine eigene Hand

wolltest du sterben wie

sie war unheilbar krank

Die Badewanne lief über

die Fliesen blutrot

als sie euch fanden

war sie bereits tot

Du wolltest mit ihr gehen

bist froh, dass du noch lebst

wofür du dich zugleich schämst

wie deine Augen erzählen.

Du schriebst mir diese Nachricht

kurz vor ihrem Tod

ich antwortete nicht bis heute

trotz deiner sichtbaren Not.

„Ich denke an dich

an jene unbeschwerten Zeiten

dass wir uns verloren

werd ich nie begreifen.“

Wir schweigen

etwas zu lang

es ist wie eine Umarmung

und ein Neuanfang

Als ich in mein Handy tippe

und es zu dir hinüber schiebe:

„Ich liebe, dass du bist.

Dachte ich und schrieb es nicht.“

Kühltruhe

Er sieht gut aus

und ist charmant

intelligent und

redegewandt

bei Frauen beliebt

mit einem Abschluss

in Jura und einem

in Psychologie

zeitweise verdient er

sein Geld bei einer Hotline

zur Prävention von Suizid

er ist politisch aktiv

Sie sind jung und attraktiv

tragen ihre Haare lang

und in der Mitte gescheitelt

dann verschwinden sie

alles flehen lässt ihn kalt

er würgt seine Opfer

bis zur Bewusstlosigkeit

dann vergewaltigt er sie

werden erdrosselt oder erschlagen

er fährt ihre Leichenteile

in seinem Wagen

quer durchs Land

hält dabei ihre abgetrennte Hand

der Beifahrersitz ist ausgebaut

sein weißer VW Käfer

wirkt lässig vertraut

Weit vom Tatort entfernt

legt er sie dann ab

manchmal kommt er zurück

und befriedigt sich am Grab.

Nun fährt er wieder nach Haus

grüßt die gescheitelte Nachbarin

stellt ihre Mülltonne raus

im TV sagen sie wird vermisst

Und für einen Augenblick

wirkt er gar glücklich

als er die Nachrichten sieht

Denn sie suchen ihn

werden sie nicht finden

er zog vor langem um

wessen Hand wird als Nächste

in seiner Kühltruhe verschwinden?

„Niemand-jemand“ jetzt als E-Book & im Buchhandel

Mein erster Gedichtband mit 100 Gedichten aus den Jahren 2019-2021 jetzt nicht mehr nur in meinem Shop, sondern auch überall im Buchhandel erhältlich.

Und zudem als E-Book gerade für den absoluten Aktionspreis von nur 3,99€. Wenn das mal kein fairer Preis ist. Ich freue mich über jede einzelne Bestellung sehr und noch mehr über Rückmeldungen. 🙂

Habt es gut!
Euer
Fskonka

Niemand – jemand

Moin zusammen,

mein erster Gedichtband ist ab sofort im Shop erhältlich.

Dieser Gedichtband erzählt in 100 Gedichten aus den Jahren 2019-2021 die Geschichte von einem nicht ganz normalen Mann. Der immer wieder – teils bewusst, teils unbewusst – die Sicht eines Kindes einnimmt und sich in dem Gefühl ständig auf der Stelle zu treten, weiterentwickelt.

Unterteilt in neun Themenbereiche (1. Von mir, 2. Von der Natur als Spiegel, 3. Von Alltag und Sehnsucht, 4. Von Liebe und Freundschaft, 5. Von Vergänglichem 6. Von Geschichten und Menschen 7. Von der Stadt aus der Stadt, 8. Vom Lockdown – COVID-19, 9. Von zeitgenössischen Gedanken).

Jetzt im Shop direkt hier auf der Seite erhältlich.

Herausgeber: Books on Demand, 1. Edition

Sprache: deutsch

Taschenbuch: 126 Seiten

ISBN-10: 3755785541

ISBN-13: 978-3755785541

Abmessungen: 13,5 x 1.1 x 21,5cm

Viel Freude damit

Euer

fskonka

Wie ein Stern am Himmel.

Der Tod hängt über allem

hängt der Tod

über mir und über dir

hängt über allen

hängt der Tod

kommt mal leise angeschlichen

nach Jahren im tiefen Schlaf

und einem letzten Händedruck

den du ihr voll Liebe gabst

kommt mal plötzlich in dem Wissen

dass er viel zu früh ihn traf

beim Wandern ein Steinschlag

unerklärlich Jahr um Jahr.

Der Tod hängt über allen

hängt der Tod

über mir und über dir

hängt über allem

hängt der Tod.

Wie ein Stern am Himmel.

Von einem Kurzurlaub

Sie machte Urlaub in Berlin

für eine Woche nur

und traf unmittelbar

bei ihrer Ankunft

einen Mann

der obdachlos war.

Die beiden kamen ins Gespräch

tauschten sich aus

sie brachte ihm Essen

tagein

tagaus.

Wie ehrlich er war.

Sie einte der Mut.

Wie ehrlich sie war.

Sie einte die Wut.

Nach ihrer Abreise

hielten sie Kontakt

per Telefon

es ging ihr schlecht

das ahnte er schon.

Zwei Jahre später

verstarb sie an Krebs

in einem Hamburger Krankenhaus.

Er hatte zuvor für Stunden

ihre Hand gehalten

und wollte nur

kurz Blumen

holen.

Er war den Tag zuvor

aus Berlin angereist.

Eine letzte Erinnerung

Sie sitzt im Rollstuhl am Strand

ein Eis in der rechten Hand

an einem der letzten Sommertage

nachdenkend über meine Frage

sie schaut über die Kieler Förde aufs Meer hinaus

sieht Fähren am Horizont fahren, der Sonne entgegen

wie gerne wäre sie dort, noch lieber zuhaus‘

erzählt schließlich von einer magischen Nacht

wild tanzend hatte sie diese unweit von hier

mit ihrem längst verstorbenen Ehemann verbracht

und lächelt milde

ob sie spürte, es würde unser letztes Treffen sein

während ich in meinem Kaffee rührte

an meinen Opa dachte

ihrem Blick zum Horizont folgte

wo die Schiffe zogen und die Sonne

langsam, ganz langsam

hinter einer Wolke

verschwand?