Paris sehen und sterben

Am Morgen auf dem

Hügel im ersten

Sonnenlicht leuchtet

weit das weiße Herz

der Stadt der Liebe

Und

zu ihren Füßen

liegt wer

atmet

schwer

Am Mittag im Jardin du

Luxembourg in deiner linken Hand

ein Café au lait

mit ihrer rechten Hand

streichelt sie dich

Am Abend auf dem

Eiffelturm im letzten

Sonnenlicht schreibst

du ein letztes Gedicht

ewig währender Liebe

Und

zu seinen Füßen

atmet er

nun

nicht mehr.

Sie

Wir wuchsen auf

im selben Haus

du im ersten Stock

und ich im zweiten

Wir haben uns

ewig nicht gesehen

das Leben führte dich

nach Schweden

„Das nächste Bier

geht auf mich“

sagst du erzählst

was ich in der Zeitung las

Du lebst, sie starb

durch deine eigene Hand

wolltest du sterben wie

sie war unheilbar krank

Die Badewanne lief über

die Fliesen blutrot

als sie euch fanden

war sie bereits tot

Du wolltest mit ihr gehen

bist froh, dass du noch lebst

wofür du dich zugleich schämst

wie deine Augen erzählen.

Du schriebst mir diese Nachricht

kurz vor ihrem Tod

ich antwortete nicht bis heute

trotz deiner sichtbaren Not.

„Ich denke an dich

an jene unbeschwerten Zeiten

dass wir uns verloren

werd ich nie begreifen.“

Wir schweigen

etwas zu lang

es ist wie eine Umarmung

und ein Neuanfang

Als ich in mein Handy tippe

und es zu dir hinüber schiebe:

„Ich liebe, dass du bist.

Dachte ich und schrieb es nicht.“