So real surreal

Hellwach

mitten in der Nacht

gerissen aus dem Schlaf

ich glaube es kaum

es war nur ein Traum

ist es gewesen

so real von einem surrealen Wesen

es konnte meine Gedanken lesen

laut und klar sprach es sie aus

ich wollte sie nicht hören

es war ein Graus

ich hatte Angst

so viel Angst

rannte und rannte

nur fort

fort

aber wohin ich auch kam

es war schon dort

wie abgelegen auch der Ort

bald wusste ich nicht mehr

wo ich war

als ich kurz aufsah

verlor ich den Halt

es öffnete sich der Boden weit

unter meinen Füßen

eine Falltür

ich fiel und fiel

bis ich erwachte

mitten in der Nacht

gerissen aus dem Schlaf

ich glaube es kaum

es war nur ein Traum.

Wenn ich meine Zweifel tanze

Was ich nicht kontrollieren kann

nimmt in der Nacht überhand

es tritt zutage

was ich am Tage nicht ertrage

ich lasse zu, was ist

nehme hin, wie es ist

lasse los

ohne Plan und ohne Ziel

nichts ist zu groß

ohne Denken ins Gefühl

kein Kalkül

ich fühl‘ anstatt zu negieren

lass Momente regieren

bin für Angst und Trauer bereit

für Freude und Ausgelassenheit

ich bin ohne Frage nach dem Sinn

wenn ich meine Zweifel tanze

mich nicht hinter ihnen verschanze

wenn ich träume

wenn ich schlaf

bin ich mir wirklich nah?

Von einem Traum

In einer Höhle,

es ist finster,

stockfinster.

Ich habe Angst,

so viel Angst.

 

Verzerrte Gestalten tanzen,

purzeln, walten sinnlos,

es hallt, hallt, hallt.

Ich habe Angst.

so viel Angst.

 

Ich renne schnell und schneller,

sie kommen nah und näher,

sie lächeln, breit und breiter.

Ich habe Angst,

so viel Angst.

 

Sie kreisen mich ein.

Immer enger.

Ich möchte schreien,

Ich habe Angst,

so viel Angst.

 

Sie umarmen mich.

So liebevoll, fast zärtlich.

Ich wache auf.

Ich habe Angst,

so viel Angst.

An einem helllichten Tag

An einem helllichten Tag

lieg’ ich im hohen Gras,

ich schließe meine Augen.

Ein Gedanke fließt vorbei

an diesem heißen Tag

ich würd‘ ihm so gern glauben.

 

Ich liege nicht allein,

ich liege hier zu zweit,

schweigend der

Unendlichkeit entgegen.

 

Reden hieße Worte

Schweigen versetzt Orte,

vom hohen Gras Hand in

Hand in die Nacht zum Elbstrand.

 

Nackte Füße im Sand,

in den Ohren polternde Container,

in den Händen die wärmende Welt,

in den Augen leuchtende Lichter,

Trost und Sehnsucht spendend.

 

Schiffe senden ein letzten Gruß,

verabschieden sich dann schweigend,

schwimmen der Unendlichkeit entgegen,

sehnend nach Meerleben.

 

Ich liege dort allein,

ich liege nicht zu zweit,

schweigend der

Unendlichkeit entgegen.

 

An einem dunklen Tag

lieg’ ich im tiefen Sand,

ich schließe meine Augen.

Ein Gedanke fließt vorbei

an diesem kalten Tag

ich würd‘ ihm so gern glauben.

Liebevoll, dunkel, tief

Ich lehn an einem Baum,

es ist schon spät

an einer jungen Eiche.

Ich schweife ab in einen Traum,

es ist schon spät

an dieser alten Eiche.

 

Wie ich wandere, tief in einen Wald,

eine stumme Stille weist den Weg,

gönnt mir keinen Halt.

Eine schwache Stimme spricht:

„Bis zum Schlaf ist es noch weit.

Voran, voran, gönn dir keine Ruh!

Sieh zu! Verliere keine Zeit!“

Es ist einsam, dunkel, kalt.

 

Und ich gehe, tiefer und

tiefer, in diesen Wald,

die stumme Stille weist den Weg,

gönnt mir keinen Halt.

Es ist einsam, dunkel, kalt.

Die schwache Stimme spricht:

„Fast bist du da. Du bist ganz nah! 

Der Schlaf ist nicht mehr weit!

Gleich leg dich hin, gleich ruh dich aus

und nimm dir deine Zeit!“

 

Ich lehn an einem Baum,

es ist schon spät

an einer jungen Eiche.

Ich schweife ab in einen Traum,

es ist schon spät

an dieser alten Eiche.